"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr"

Seit 1877 setzen sich in Neuhofen Freiwillige dafür ein, anderen in Not zu helfen, obwohl sie selbst dafür nichts bekommen. Früher kannte man sich und da war es wohl selbstverständlich, seinem Nachbarn oder Freund/Bekannten zu helfen, wenn dieser in Gefahr war. Doch heute, in einem Ort mit gut 7.500 Einwohnern, kennt man nicht mehr jeden persönlich. Man hilft also meist Fremden. Doch der Feuerwehrgedanke bedeutet mehr, als nur auf Anforderung Hilfe zu leisten.

Laut dem Rheinland-Pfälzischen Gesetz über den Brandschutz (LBKG) hat eine Gemeinde zu gewährleisten, ihre Bewohner gegen Brandgefahren und "gegen andere Gefahren" zu schützen. Dafür hat sie eine "den örtlichen Verhältnissen entsprechende Feuerwehr" aufzustellen und auszustatten und für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen zu sorgen. Dies im konkreten Falle der Verbandsgemeinde Rheinauen und Ortsgemeinde Neuhofen jedoch alles auf freiwilliger Basis, denn zur Mitarbeit in der Feuerwehr wird hier niemand gezwungen.

 

Warum soll ich meine Zeit für andere opfern?

Aber warum gibt es viele Freiwillige, die ihre Freizeit lieber in viele Einsatz-, Aus- und Fortbildungsstunden stecken statt sich z.B. auf dem Fußball- oder Handballplatz zu verausgaben, bei den Naturfreunden oder dem Pfälzerwald-Verein zu engagieren oder bei sonst einem Verein aktiv sind?

Die Fachzeitschrift "Das Feuerwehrmagazin" hat in einem Artikel einmal mögliche Motivationen zusammengetragen. Diese fassen wir hier einmal zusammen:

- Kameradschaft und Zusammenhalt: viele Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sind durch ihre langjährige Tätigkeit auch privat miteinander befreundet und verbringen nicht nur während der offiziellen Dienste Zeit miteinander. Gerade für beispielsweise neu Zugezogene ist dies ein willkommener Begleiteffekt. Auch hat man immer jemanden, wenn man privat mal Hilfe benötigt.

- Gesellschaftliches Engagement und Anerkennung: anderen in Not zu helfen, zu wissen, dass man dazu beigetragen hat, dass es anderen wieder besser geht oder sie vor Schaden bewahrt werden konnten, ist ein schönes und positives Gefühl. Zugleich verschafft dies auch gesellschaftliche Anerkennung und verleiht Arbeitszeugnissen natürlich eine soziale Note.

- Verantwortung und persönliche Weiterentwicklung: bei der Tätigkeit in der Feuerwehr bekommt und hat jeder natürlich auch ein Stück Verantwortung zu tragen, man arbeitet dabei aber im Team und kann sich und seine Fähigkeiten zielorientiert einbringen. Und dadurch lernt man natürlich auch selbst neue nützliche Sachen und kann sich selbst weiterbringen als dies alleine der Fall wäre.

- Adrenalinschub: ähnlich wie bei einem Besuch im Freizeitpark geht natürlich regelmäßig der Adrenalinspiegel nach oben, wenn der Funkmeldeempfänger piepst und man nicht weiß, was einen erwartet. Auch dies gehört zum Hobby Feuerwehr dazu. Größere, "spektakuläre" Einsätze bleiben auch Jahre danach noch im Gedächtnis und man berichtet von seinen Erlebnissen.

- Fahrzeuge und Technik: wer auch im Erwachsenenalter ein Stück weit Kind geblieben ist, ist bei uns auch richtig. Natürlich hat die Feuerwehr Fahrzeuge wie die Drehleiter oder Geräte wie Schere und Spreizer oder große Pumpen, die nicht unbedingt in jedem Heimwerkerraum vorhanden sind. Im Rahmen der notwendigen Ausbildung darf hier natürlich auch ein Stück weit gespielt und Sachen ausprobiert werden. Schließlich müssen wir blind mit den Geräten umgehen können, wenn wir sie brauchen.

- Identifikation und Spaß: Feuerwehr ist mehr als ein Hobby, man identifiziert sich damit und lebt es gewissermaßen. Hier wird auch im kameradschaftlichen Bereich angesetzt: wir gehen regelmäßig auf Ausflüge, gehen zusammen Kegeln, Klettern, ins Kino, wir grillen und schauen größere Sportereignisse zusammen oder treffen uns einfach so in unserer Bar, um miteinander ins Gespräch zu kommen oder wie es für den Pfälzer am schönsten ist, gesellig zu sein und zu schwadronieren.

 

Und sonst so?

Von Seiten der Verbandsgemeinde gibt es zusätzlich noch eine kleine Aufwandsentschädigung für geleistete Einsatzstunden, Zuschüsse für die Kameradschaftskasse, Einsatzverpflegung und -getränke, hochmoderne Schutzkleidung für den Einsatz, viele sehr gute Zusatzausbildungen, moderne Gerätschaften und Fahrzeuge sowie als Angebot des Rhein-Pfalz-Kreises noch kostenlosen Zugang zu den Kreisbädern.

 

Es gibt also nicht nur den einen Grund, wieso man zur Feuerwehr gehen sollte. Es macht einfach Spaß, all das oben erwähnte für sich selbst und mit Gleichgesinnten zu erleben. Vielleicht kennst du ja bereits den Ein oder Anderen von uns? Falls nicht, macht nichts. Wenn du das auch alles erleben willst, komm einfach mal vorbei. Keine Angst, wir beißen nicht.