Geisterfahrt bei Jahreshauptübung

Ein "Geisterfahrer" verursacht auf der Bundesstraße 9 einen Frontalzusammenstoß. Direkt darauf geschehen Folgezusammenstöße mit teils schwer eingeklemmten Insassen. Diesem Szenario sahen sich am 12. Oktober die 4 Wehreinheiten der Verbandsgemeindefeuerwehr gegenüber.

Da für eine solche Übung natürlich keine Bundesstraße gesperrt wird, musste die Woogstraße dafür herhalten: dort sind die Fahrspuren und ein angrenzender Fußweg so ähnlich angeordnet wie die Fahrspuren auf der autobahnähnlich ausgebauten B9 nahe Neuhofen. Somit ergab sich eine durchaus realistische Darstellung des Szenarios. Die erste Herausforderung für die anrückenden Einsatzkräfte war neben der Anfahrt zur Einsatzstelle die Fahrzeugaufstellung. Schließlich sind bei dem Stichwort "Verkehrsunfall groß" gleich mehrere Einheiten auf der Anfahrt.

 

Lageerkundung: Überblick verschaffen

Folgendes Bild ergab sich den ersteintreffenden Kräften: 2 PKWs sind frontal kollidiert, der Fahrer wurde herausgeschleudert. Direkt dahinter kam es zu Folgeunfällen, bei denen ein PKW mit dem Dach mit einem Pfosten kollidierte, ein weiterer PKW rutschte unter einen Anhänger, dort verteilte sich dessen Ladung über dem PKW. Nachdem sich ein grober Überblick verschafft wurde, ging es ans Werk: Zugänge zu den Patienten schaffen, diese erstversorgen bzw. betreuen, parallel dazu Strategien für deren Befreiung entwickeln. Weiterhin muss eine schnelle Rückmeldung an die Leitstelle erfolgen, gegebenenfalls müssen Rettungswägen/Notärzte nachgefordert werden sowie die nach und nach eintreffenden Fahrzeuge eingewiesen werden.

 

Patienten befreien

Unterdessen werden die verunfallten PKW gegen Verrutschen gesichert und mit schwerem Gerät wird ein Zugang geschaffen. Dies kann lagebedingt über das Dach, den Kofferraum oder eine der Türen erfolgen. Anschließend wird die Person möglichst schonend aus dem Wrack befreit und dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung übergeben.

 

Einsatzstelle gliedern

Um effektiver arbeiten und allen Verletzten helfen zu können wird die Einsatzstelle in verschiedene Abschnitte gegliedert. Die Führungskräfte sprechen sich untereinander ab und für die Koordination aller Kräfte wird eine Einsatzleitung eingerichtet, von wo aus der Einsatzleiter die Gesamtsituation im Blick hat.

 

Zusammenarbeit muss geübt werden

Sinn und Zweck solch großer Übungen ist das reibungslose Zusammenspiel mehrerer Einheiten an der Einsatzstelle. Gerade in der Verbandsgemeinde arbeiten die 4 Wehreinheiten oft miteinander einen Einsatz ab. Bei größeren Lagen liegt der Fokus auf der Zusammenarbeit besonders auf Führungsebene, denn dort wird das Geschehen koordiniert.    

Bei bestem Wetter verschafften sich viele Passanten einen Überblick über die Schlagfähigkeit der Feuerwehr der VG Rheinauen. Unter den Augen des Neuhofener Ortsbürgermeisters, Ralf Marohn, sowie einiger Gemeinderäte zeigte sich die Übungsleitung mit der Jahresübung 2019 auch sichtlich zufrieden. Am Abend stand dann bei einem gemütlichen Grillfest im Gerätehaus Neuhofen der kameradschaftliche Aspekt im Vordergrund. Nach der anstrengenden Übung ließen die ehrenamtlichen Wehrleute den Tag bei lecker gegrilltem Rollbraten ausklingen.  

Bilder zur Übung: