Nachfolgend haben wir einmal die gängigsten Begriffe im Feuerwehrwesen zusammengeführt und mit einer kurzen Erklärung versehen. Falls Sie noch einen Begriff erklärt haben möchten, der nicht hier aufgeführt ist, schicken Sie uns eine E-Mail und wir versuchen, Ihnen möglichst schnell eine Erklärung zu bieten. Viel Spaß beim Stöbern!

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Atemgift

sind in der Luft befindliche Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe. Sie entstehen z.B. bei Verbrennungen oder bei ausgasenden Gefahrstoffen. Für den Menschen wird es gefährlich, wenn diese Atemgifte eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden. Bei der Feuerwehr unterscheidet man Atemgifte mit erstickender Wirkung (z.B. Stickstoff, Methan, Wasserstoff), mit Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen (z.B. Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Blausäure) und mit Reiz- und Ätzwirkung (z.B. Clor, Flour, Nitrosegase).

Atemschutzgerät

nutzt die Feuerwehr um den Träger vor Atemgiften in der Umgebungsluft zuschützen. Es wird unterschieden zwischen umluftabhängigen Atemschutz (Maske + Filteraufsatz), welcher lediglich bestimmte Schadstoffe aus der eingeatmeten Luft filtert, also Sauerstoff zwingend voraussetzt, und den umluftunabhängigen Atemschutz, welcher auch in Atmosphären ohne Sauerstoff eingesetzt werden kann (Pressluftatmer).

Ausbreitung

ist ein Begriff der für eine räumliche Vergrößerung (z.B. durch Rauch, Feuer, Atemgifte) steht. Die Ausbreitung ist eine wichtiger Faktor für die Gefahrenmatrix (Gefahrenanalyse) an der Einsatzstelle.

Brand

Als Brand bezeichnet man ein Schadfeuer.

Brandmeldeanlage

kurz BMA sind in viele (öffentliche) Gebäude aufgrund gesetzlicher Vorschriften vorhanden. Die Anlage wird z.B. durch automatische Rauchmelder, fest installierte Handdruckmelder oder Sprenkleranlagen ausgelöst und generiert einen Alarm der direkt zur zuständigen Feuerwehr-Leitstelle geleitet wird. Zusätzlich können weitere Einrichtungen wie Rauchabzüge, Rauch- Brandschutztüren, Warnanlagen etc geöffnet, geschlossen oder ausgelöst werden.

Brennpunkt

ist die niedrigste Temperatur bei der eine brennbare Flüssigkeit ausreichende Dämpfe entwickelt, dass nach Zugabe einer Zündquelle ein Entflammen und selbstständiges weiterbrennen ermöglicht wird. Der Brennpunkt liegt über dem Flammpunkt.

B-Schlauch

siehe Schlauch.

Bürgermeister

Gemäß §24 Abs. 1 LBKG hat der Bürgermeister die Einsatzleitung. Zumindest wenn er an der Einsatzstelle ist und die Leitung des Einsatzes auch übernimmt. Normalerweise werden die Einsätze aber von dafür ausgebildeten Führungskräften (Gruppenführer/Zugführer) oder dem Wehrleiter/dessen Stellvertreter geleitet.

CSA (Chemikalienschutzanzug)

ist die Abkürzung für Chemikalienschutzanzug. Er zählt zur erweiternden persönlichen Schutzausrüstung. Die Feuerwehr verwendet gasdichte (Typ 1A-ET und Typ 1B-ET) sowie nicht gasdichte Anzüge (Typ 3-ET).

C-Schlauch

siehe Schlauch.

Deutscher Feuerwehrverband e.V.

ist der Verein der deutschen Feuerwehren mit Sitz in Bonn. Er wurde der nach der Auflösung im 2. Weltkrieg am 12. Januar 1952 in Fulda wiedergegründet. Erstgründung war 1853. Im gehören Landesverbände und somit die Freiwilligen Feuerwehr und die Berufsgruppe der Berufsfeuerwehren an.

D-Schlauch

siehe Schlauch.

DL (Drehleiter)

ist die Abkürzung für ein genormtes Hubrettungsfahrzeug bei Feuerwehren (Drehleiter). Eingesetzt wird Sie zur Personenrettung aus Höhen und Tiefen, zur Sicherung des 2 Rettungsweg für Kräfte im Innenangriff sowie zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung. Es gibt die DL in verschiedenen Ausführung und Längen.

ERI-Card

ist Begriff aus dem englischen und bedeutet Emergency Response Intervention Card). Es sind also Unfallmerkblätter bzw. Ersinfomationen für Einsatzkräfte bei Transportunfällen mit gefährlichen Gütern.

Explosion

ist eine unkontrollierte, sehr schnell ablaufende Verbrennung von explosiblem Gemisch, bei dem gleichzeitig große Gas- und Wärmemenge freigesetzt werden und eine starke Druckwelle entsteht. Die Geschwindigkeit errechnet sich mit Meter pro Sekunden.

FwDV (Feuerwehr-Dienstvorschrift)

ist eine Sammlung von Vorschriften zur Standardisierung von Einsatztaktik in der Bundesrepublik. Es gibt viele FwDV die sich in verschiedene Themenbereiche wie z.B. FwDV 1 - Grundtätigkeiten, FwDV 7 - Atemschutz FwDV 10 - Tragbare Leitern uvm. unterteilt.

Flammpunkt

Der Flammpunkt ist die niedrigste Flüssigkeitstemperatur bei der sich unter festgelegten Bedingungen Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass sie sich nach Zugabe einer Zündquelle entzünden, aber nicht selbstständig weiterbrennen.

Flash Over

Zu deutsch: Rauchgasdurchzündung, ist eine der größten Gefahren im Innenangriff. Durch einen Temperaturanstieg verbrennen Gegenstände so, dass sich ein zündfähiges Rauch-Luftgemisch im Deckenbereich bildet. Ist die Raumtemperatur so hoch, dass die Zündtemperatur erreicht ist kommt zu einer Durchzündung.

GAMS

ist ein Einsatzschema für Gefahrgutunfälle/-einsätze. Es setzt sich aus Gefahr erkennen, Absperrmaßnahmen ergreifen, Menschenrettung durchführen, Spezialkräfte nachfordern zusammen.

Gruppenführer

Führer einer Mannschaft mit Gruppenstärle, welche sich aus aus 9 Personen (8+1 GF) zusammensetzt und als selbstständige taktische Einsatzeinheit agiert.

HLF (Hilfeleistungslöschfahrzeug)

ist die Abkürzung für Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge. Dieses Normfahrzeug existiert im deutschen Feuerwehrwesen in verschiedenen Größen. Besonderes Merkmal im Vergleich zum LF ist die umfangreiche Beladung für die technische Hilfeleistung.

Hydrant

Stelle, an der die Feuerwehr aus dem öffentlichen Netz Wasser für einen Löschangriff entnimmt. Häufigste Ausführung ist wohl der Unterflurhydrant, welcher in fast jeder Straße zu finden ist. Wasser wird durch ein Standrohr entnommen, welches auf den Hydranten geschraubt wird. Daneben gibt es den Überflurhydranten, an den nur noch der B-Schlauch angeschlossen werden muss. In Hochhäusern gibt es vereinzelt noch Wandhydranten.

Innenangriff

Gezielte Brandbekämpfung im Inneren eines Gebäudes. Durch gezielte Löschversuche ergibt sich ein effektiverer Einsatzerfolg, allerdings verbunden mit erhöhten Risiken (herabfallende Teile, Null-Sicht, Rauchgase,...) als im Vergleich zum Außenangriff.

Jugendfeuerwehr

Bereich einer Feuerwehr, welche für Jugendliche vor dem offiziellen Eintrittsalter in die aktive Wehr gedacht ist. Neben Feuerwehrthemen steht auch die generelle Jugendarbeit auf dem Dienstplan. Wichtige Stütze, um dem Mitgliederschwund durch den demographischen Wandel entgegenzuwirken.

Katalysator

ist ein Stoff, der über die Bildung von Radikalen (reaktionsfähigen Zwischenverbindungen) die Aktivierungsenergie (z.B. das Brennen) herabsetzt oder beschleunigt ohne sich selbst zu verbrauchen oder zu verändern. Durch geeignete Katalysatoren werden beim Brennen die Zündtemperatur und die Mindestverbrennungstemperatur stark gesenkt.

Kavitation

ist eine Erscheinung bei Wasserförderung durch Feuerlöschkreiselpumpen. Bei örtlichen Dampfdruckunterschreitungen bilden sich dabei Dampfblasen. Die entstehenden Dampfblasen fallen während der Förderung wieder zusammen, wen Sie im Bereiche höherem statischen Drucks kommen (Implosion). Bei der Implosion der Dampfblasen wir der umgebende Werkstoff des Pumpenlaufrads versprödet, dass im Laufe der Zeit ausbricht.

LBKG

ist die Abkürzung für das Landesgesetz über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (in Rheinland-Pfalz). Jedes Bundesland hat eigene Brandschutzgesetze zu erlassen, welche unter anderem regeln , wie eine Feuerwehr aufzustellen ist, welche Aufgaben Kommunen, Städte und Land haben, wer die Einsatzleitung hat, welche Rechtsstellung die Feuerwehrangehörigen haben uvm.

LF (Löschgruppenfahrzeug)

ist die Abkürzung für Löschgruppenfahrzeug. Es ist ein Normfahrzeug im Feuerwehrwesen, mit Schwerpunkt Brandbekämpfung sowie einfache techn. Hilfeleistung. Besetzt in Gruppenstärke (9 Personen).

LFKS

ist die Abkürzung für Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz. Zentrale Ausbildungsstätte des Landes für Führungs- sowie fachspezifische Lehrgänge, welche aufgrund der Komplexität nicht auf Kreisebene angeboten werden können.

MAK - Wert

ist eine Wert der Maximalen Arbeitsplatz Konzentration. Er wird in ppm (Parts per Million) angegeben und ist die höchstzulässige Konzentration eines schädlichen Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz.

Netzmittel

ist ein Zusatz (Schaummittel) für Löschwasser. Durch die Zugabe des Schaummittel wird die Oberflächenspannung des Löschwasser herabgesetzt. Dadurch kann das Löschwasser besser in Zwischenräume eindringen was sich positiv auf den Löscherfolg auswirkt.

Oxidation

ist eine chemische Reaktion eines Stoffes mit Sauerstoff zu einem Oxid. Beispiel: Kohle bei Verbrennung oder Rost. Bei einer Oxidation handelt es sich immer um eine exotherme Reaktion. Je nach Reaktiongeschwindigkeit ist die Wärme bzw. Energieabgabe hoch oder niedrig.

Pressluftatmer

siehe Atemschutzgerät.

Querneigungswinkel

ist beim Einsatz von Hubrettungsfahrzeugen im geneigten Gelände von Relevanz. Ein Querneugungswinkel von 7° kann mit einer Geländeausgleichseinrichtung ausgeglichen werden, wodurch das Fahrzeug waagrecht steht.

Rauchgasintoxikation

Bei einer Verbrennung entstehende Gase, welche für den Menschen gesundheitsschädlich/giftig sind. Häufigste Todesursache bei Bränden ist nicht die Flammeneinwirkung selbst, sondern das Ersticken an den Rauchgasen. (Rauchgasintoxikation)

Schlauch

Schläuche sind essentieller Bestandteil der Ausrüstung der Feuerwehren. Es gibt sie in verschiedenen genormten Größen, für verschiedene Aufgabenbereiche. Von der Wasserförderung (A- & B-Druckschläuche) zur Wasserabgabe (B-, C- & D-Druchschläuche) am Strahlrohr werden die Schläuche meist kleiner, da oft mehrere Abnehmer beliefert werden. Die Buchstaben definieren die Länge sowie den Durchmesser eines Schlauches. Beispiel C 42 : Ein Druckschlauch von 15m Länge mit einem Innendurchmesser von 42mm

Seilwinde

siehe Zugeinrichtung

Sprinkleranlage

sind automatische Löscheinrichtung und oft gekoppelt mit einer BMA. Bei Auslösung gibt die SPA selbstständig Wasser über fest montierte Sprinklerköpfe ab, und verhindert so eine Brandausbreitung. Eine Sprinkleranlage ist nicht dafür ausgelegt, einen Brand zulöschen.

Staffel/Staffelführer

Die Staffel ist aufgrund der Personalknappheit heutzutage meist die Standardeinheit. Sie besteht aus 6 Personen, d.h. aus 1 Staffelführer sowie Maschinist und Angriffstrupp und Wassertrupp.

Trupp

Kleinste taktische Einheit im Feuerwehrwesen, bestehend aus Truppführer und Truppmann. Er ist Bestandteil einer Staffel oder Gruppe. Im Gegensatz dazu gibt es den selbstständigen Trupp (z.B. als Drehleiter-Besatzung) mit 3 Personen: Truppführer + Truppmann + Maschinist.

TUIS

Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem. Unternehmen der chemischen Industrie unterhalten ein gemeinsames Informationssystem, welches für Einsatzkräfte Auskünfte und Hilfestellungen bei der Handhabung gefährlicher Güter und Stoffe bereithält. Experten sind dafür rund um die Uhr telefonisch erreichbar, bei größeren Schadenslagen werden örtliche Kräfte auch durch Spezialkräfte und -fahrzeuge des TUIS unterstützt.

UVV

ist die Abkürzung für Unfall-Verhütungsvorschrift. Durch die gesetzl. Unfallversicherung vorgegebene Anweisungen, um die Wahrscheinlichkeit für Unfälle im Feuerwehrdienst von vornherein zu minimieren.

Vorbeugender Brandschutz (VB)

Maßnahmen, die im Vorfeld ergriffen werden, um der Entstehung und Ausbreitung eines Brandes entgegenzuwirken und Auswirkungen zu minimieren. Dies kann baulich (z.B. Brandschutztür), anlagentechnisch (z.B. Brandmeldeanlage) oder organisatorisch (z.B. Flucht- und Rettungspläne) geschehen.

Wärmebildkamera

Die Wärmebildkamera ist ein Messgerät welches unterschiedliche Temperaturen erwärmter Gegenstände in der Umgebung aufnimmt. Sie arbeitet im Infrarotbereich. Unterschiedliche Temperaturgrade werde in unterschiedliche Graustufen oder als farbige Flächen im Display angezeigt. Verwendung findet die Kamera bei vielen Einsatzarten, unteranderem Schwellbränden, Menschrettung, Menschensuchen und der Technischen Hilfe.

Zugeinrichtung

ist eine maschinelle Einrichtung mit einer Nennzugkraft von 50kN, vorgesehen für einen Bodenzug bis max 25° Schräglage. Zugeinrichtungen dienen zur Ausführung Technischer Hilfeleistung. Das Drahtseil hat eine Länge von min. 45 Meter. Man findet sie unteranderem auf (RW) Rüstwagen und (HLF) Hilfeleistungslöschfahrzeug.

Zug

Der Zug ist die größte reguläre taktische Einheit in der dt. Feuerwehr und besteht im Normalfall aus 2 Gruppen (à 9 Personen) und dem Zugtrupp (3 Personen; stv. Zugführer plus Melder und Fahrer) sowie dem Zugführer. Er hat also eine Stärke von 22 Personen, kann aber gemäß FwDV3 in besonderen Situationen auch noch um bis zu einer Gruppe erweitert werden, mit dann max. 31 Personen. ("erweiterter Zug").

Zündtemperatur

Die Zündtemperatur ist die niedrigste Temperatur damit ein brennendbaren Stoff sich selbst entzündet und selbstständig weiterbrennt.